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NATURSCHUTZ-GARTEN AUF DER BLUMENSCHAU

Machten sich am Donnerstag ein Bild von der Anlage des neuen, naturnahen Gartens im Stadtpark (von links): Johannes Pott (OLB Papenburg), Dr. Andreas Blomenkamp (OLB-Treuhandstiftung), Karl-Heinz Augustin (AG Naturschutz) und Andrea Brake (Oberschule Michaelschule), im Hintergrund die Partner der Naturschutzverbände in Papenburg und die Schüler der Michaelschule.

Der Wind bläst kalt, es regnet, der Boden ist kalt und nass an diesem Donnerstagmorgen im Stadtpark Papenburg. Doch davon lassen sich die acht Schüler der Oberschule Michaelschule, Lehrerin Andrea Brake, Karl-Heinz Augustin, Wolbert Schmitz und Bernd Lorenz nicht beeindrucken. Sie sind bereits seit einigen Tagen damit beschäftigt im hinteren Bereich des Parks einen neuen Garten anzulegen. An diesem Donnerstag ist die zentrale Fläche von rund 50 Quadratmetern bereits fertig. „Wir bauen nun noch die Informationstafeln für den Garten rundherum auf und pflanzen dazwischen einige Hecken“, erklärt Karl-Heinz Augustin vom Arbeitsgemeinschaft (AG) Naturschutz Emsland-Nord, in der der NABU, BSH und BUND vertreten sind. Der Garten ist für die Blumenschau 2019 geplant, die ab dem 17. Juli auch im Stadtpark stattfindet.

„Vielen Bürgern ist ein Garten wichtig, der nur wenig Pflegeaufwand mit sich bringt. Das Ergebnis sind dann oft Steinwüsten in den Vorgärten“, erklärt Wolbert Schmitz von der AG Naturschutz. Mit diesem Garten liefere man nun den Gegenentwurf. „Es ist gar nicht schwierig, einen tollen, lebendigen Garten zu erstellen.“ Das Ziel sei dabei, einen naturnahen Garten zu zeigen, ohne Schotter, platt gemähten und gedüngten Rasen, sondern ausschließlich mit einfachen Gräsern und Stauden. „Dieser braucht nur wenig Pflege. Trotzdem kann er das Zuhause von vielen Bienen und Insekten, Vögeln und anderen Kleintieren sein“, sagt Schmidt. Der Gärtnermeister im Ruhestand hatte die Planungen für den naturnahen Garten entworfen. „Jetzt kann man natürlich noch nicht viel erkennen. Im Sommer aber steht der Garten in voller Pracht. Gerade der Regen, der uns nun durchnässt, hilft uns beim Anpflanzen.“

 

Unterstützung durch die OLB-Treuhandstiftung Weser-Ems

Möglich gemacht hat diesen naturnahen Garten im Stadtpark die Treuhandstiftung Weser-Ems der Oldenburgischen Landesbank (OLB). Sie fördert das Projekt mit 3.500 Euro. Dr. Andreas Blomenkamp ist Vorstandsmitglied der Stiftung und begeistert von der Initiative der AG Naturschutz und der Michaelschule mit der Stadt Papenburg. „Genau solche Projekte fördert die Treuhandstiftung gerne. Hier kommt bürgerschaftliches Engagement verschiedener Partner zusammen und das für einen guten Zweck, für den Umweltschutz vor Ort.“ Denn ein solcher extensiver Garten sei ein kleiner und guter Beitrag für jedermann, um etwas für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu tun. „Dass der Garten mit der Blumenschau dann im Sommer auch eine große Bühne bekommt, ist hervorragend. Dann können sich auch viele Besucher direkt über eine umweltschonende und nachhaltige Gartenanlage informieren“, so Dr. Blomenkamp.

Auch für die Oberschule Michaelschule ist das Projekt eine tolle Gelegenheit sich einzubringen, sagt Lehrerin Andrea Brake. Gemeinsam haben die Schüler Jonas Drost, Jannes Elberg, Ole Grebener, Simon Sonntag, Jan-Malte Pahl, Philipp Rüther, Julian Middendorf und Kai Schepers mit angepackt. „Auf unserem Weg zur Umweltschule haben wir bereits an anderer Stelle die Möglichkeit genutzt, gemeinsam mit der AG Naturschutz und der Stadt etwas für die Umwelt zu tun.“ So habe man im Dezember bereits gemeinsam 18 neue Bäume gepflanzt. „Dass wir uns nun auch an der Anlage dieses naturnahen Gartens beteiligen, war für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir freuen uns, dass wir von den Umweltverbänden gefragt worden sind“, sagt Brake. Auch die Michaelschule selbst habe einen eigenen Schulgarten. „Dieser ist Bestandteil unserer Gartenbau-AG. Die Oberschule Michaelschule arbeitet im Moment daran, den Titel ,Umweltschule in Europa‘ zu erlangen. Das passt also alles thematisch sehr gut zusammen.“ So sehen es auch die übrigen Helfer und Partner des naturnahen Gartens im Stadtpark. Das einzige, was sich jetzt noch anpassen müsste, ist das Wetter. „Zum Start der Schau brauchen wir dann etwas Sonnenschein. Denn zum Pflanzen ist der Regen perfekt, aber auch nur dafür“, scherzt Karl-Heinz Augustin.